Lyme Borreliose
Epidemiologie
Die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursachte Lyme-Borreliose (Synonyme: Lyme-Krankheit, Zecken-Borreliose, Kurzform: Borreliose) ist die häufigste zecken-übertragene Infektionskrankheit in der nördlichen Hemisphäre. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts beträgt die jährliche Neuerkrankungsrate (Inzidenz) in Deutschland etwa 60.000 bis 100.000, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Weiter...
Krankheitserreger
Borrelia burgdorferi gehört zur Ordnung der Spirochaetales. Humanpathologisch bedeutsam sind die drei Gattungen Borrelia, Leptospira und Treponema. Borrelia gliedert sich in den Erreger des Läuserückfallfiebers (u.a. Borrelia recurrentis), den des Zecken-Rückfallfiebers (u.a. Borrelia duttonii, Borrelia hermsii) und den durch Zecken übertragenen Erreger der Lyme-Borreliose (Borrelia burgdorferi mit zahlreichen Genospezies). Während in den USA primär eine Spezies auftritt, kommen in Europa weitere Arten vor. Weiter...
Prävention
Die Präventionsmaßnahmen beschränken sich zur Zeit auf individuelle Schutzmaßnahmen gegen einen Zeckenstich. Eine Impfung ist bislang nur gegen die ebenfalls zecken-übertragene Viruskrankheit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) möglich. Ein Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose ist zurzeit nicht auf dem Markt. Ebenso gibt es noch keine Vakzine gegen die weiteren zecken-übertragenen Infektionskrankheiten. Weiter....
Krankheit
Lyme-Borreliose ist eine multiorganische Infektionskrankheit mit einem breiten Spektrum an Erkrankungsformen, die sich bevorzugt im Bereich der Haut, der Nerven, des Gelenk- und Muskelsystems sowie des Herzens und der Augen manifestieren. Eine diagnostische Einschätzung aufgrund des klinischen Bildes und des Krankheitsverlaufs kann sich schwierig gestalten, da eine Infektion mit Borrelia burgdorferi nicht nur sehr typische Symptome, sondern auch zahlreiche Erkrankungsformen verursachen kann, wie sie auch bei Krankheiten andrer Ursache auftreten, die Symptomatik vor allem im Frühstadium wechselhaft sein kann und längere symptomfreie Inkubations- und Latenzphasen mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit nach Monaten oder sogar Jahren möglich sind. Weiter....
Diagnostik
Die Diagnostik der Lyme-Borreliose basiert primär auf zwei Säulen: dem klinischen Bild und positiven borrelien-spezifischen Laborergebnissen. Die Diagnostik und Therapiekontrolle ist jedoch mit vielfältigen Problemen behaftet. Zum einen ist das durch Borrelia burgdorferi verursachte Erkrankungsspektrum nach wie vor unzureichend erforscht, beschrieben und definiert. Zum anderen gibt es bei der Borrelien-Labordiagnostik zahlreiche Unwegsamkeiten und Probleme. Weiter....
Behandlung
Lyme-Borreliose ist eine vom Grunde her mit Antibiotika heilbare Krankheit, vorausgesetzt sie wird rechtzeitig erkannt und ausreichend behandelt. Das vorhandene Studienmaterial zur Antibiotika-Behandlung (Art des Antibiotikums, Dosierung, Behandlungsdauer) je nach Erkrankungsform und Krankheitsstadium ist jedoch unzureichend und zum Teil diskrepant. Probleme bereitet bei der Therapiekontrolle vor allem, dass es schwierig ist, den Ausheilungszeitpunkt der Infektion zuverlässig zu bestimmen. Weiter....
Medizinischer Dissens
Vor diesem Hintergrund gibt es seit vielen Jahren umfangreiche medizinische Kontroversen über fast alle wesentlichen Aspekte der Lyme-Borreliose, die in den USA seit Anfang der 90er Jahre zu massiven öffentlichen Auseinandersetzungen führen - und die in der Medizinwelt sicherlich ihresgleichen suchen. Weiter...
Jutta Zacharias
Lyme Borreliose
Medizinische Kontroversen - Fakten, Mythen und Verwirrungen
Mai 2011
ISBN-13: 9783837044706, 132 Seiten, 17,90€
Erhältlich im Buchhandel vor Ort und im Internetbuchhandel
Jutta Zacharias
Labordiagnostik Lyme Borreliose
Dreh- und Angelpunkt einer umfangreichen Misere
Dezember 2010
ISBN-13: 9783837044706, 104 Seiten, 17,90€
Erhältlich im Buchhandel vor Ort und im Internetbuchhandel