Home
Zecken - Krankheiten
Lyme Borreliose
Schutzmaßnahmen
Aktuelle Studien
Artikel
Links
Fotoalbum
Impressum

 
Schutzmaßnahmen
 

Durch eine Reihe von Vorsichtsmassnahmen ist es zwar möglich, das Risiko eines Zeckenstichs und einer damit verbundenen Infektions- und Erkrankungsgefahr zu verringern. Einen absolut zuverlässigen Schutz gibt es jedoch nicht.

 

1. Bislang ist lediglich eine Impfung gegen die FSME möglich. Ein humaner Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose steht nicht zur Verfügung. Ebenso gibt es keinen Impfstoff gegen weitere durch Zecken übertragbare Erreger, wie u.a. Rickettsien, Ehrlichien (Anaplasmen) und Babesien.

 

2. Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Repellentien, die als Schutz gegen einen Zeckenstich angeboten werden. Allerdings wirken sie zum einen nicht immer hundertprozentig und zum anderen hält die Wirkung nur einige Stunden (im Mittel drei Stunden) an. Bei den angebotenen Produkten gibt es Unterschiede in der Qualität. Siehe hierzu die Ausführungen auf der Seite von Stiftung Warentest 2008

 

3. Häufig wird geraten, beim Aufenthalt in der freien Natur geschlossene Kleidung (langärmlige Oberteile, Socken über die Hosen ziehen usw.) zu tragen, um den Zecken so wenig wie möglich Hautkontakt zu ermöglichen. Allerdings bietet dies nur einen bedingten Schutz, da Zecken auch auf Stoffen haften und sich fortbewegen können. Sie suchen sich dann eine freie Stelle, um dort mit ihrem Stech- und Saugakt zu beginnen.

 

4. Nach einem Aufenthalt in der freien Natur ist es ratsam, den Körper nach Zecken abzusuchen. Dabei sollten auch schwer einsehbare Körperstellen einbezogen werden. Denn der Stich bleibt meist unbemerkt, da Zecken beim Stich schmerzlindernde, gerinnungs- und entzündungshemmende Wirkstoffe übertragen.

 

5. Zecken, die mit Krankheitserregern durchseucht sind, kommen nicht nur in Wäldern, sondern auch in Gärten, Parks und Auen von Ortschaften vor. Während eine Infektion mit Borrelia burgdorferi in ganz Deutschland möglich ist, tritt die FSME nur in einigen Regionen endemisch auf. Über die Verbreitung von weiteren durch Zecken übertragbaren Krankheitserregern ist nur wenig bekannt.

 

6. Nach einem Zeckenstich sollte möglichst schnell eine fachgerechte Entfernung der Zecke vorgenommen werden. Hierzu gibt es Zeckenzangen, -pinzetten und -karten, die man bei einem Aufenthalt in der Natur bei sich tragen sollte. Allerdings sind nicht alle Produkte gleichermaßen gut geeignet. Wird der Zeckenleib durch zu grobe Instrumente gequetscht, besteht die Gefahr, dass der Inhalt des Zeckenleibs in die Wunde gelangt und dadurch eine Erregerübertragung gefördert wird. Auf keinen Fall sollte eine Entfernung mit Klebstoff, Öl oder anderen Mitteln vorgenommen werden. Bleiben Teil der Zecken in der Stichstelle, so ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Siehe hierzu auch Zeckenentfernung

 

7. Auch wenn die Zecke entfernt wurde, ist es wichtig, darauf zu achten, ob in den nächsten Tagen oder Wochen Erkrankungszeichen auftreten. Da ein Zeckenstich jedoch unbemerkt bleiben kann, sollte bei Auftreten einer ungewöhnlichen Rötung oder unerklärlichen Krankheitssymptomen auch immer eine mögliche Infektion mit Borrelia burgdorferi und/oder weiteren durch Zecken übertragbaren Infektionserregern in Betracht gezogen und ein Arzt aufgesucht werden. Bei der frühen Lyme-Borreliose ist die sogen. Wanderröte (Erythema migrans) typisch, die jedoch nur in etwa der Hälfte der Fälle auftritt. Sowohl bei der Lyme-Borreliose, der FSME und den weiteren durch Zecken übertragbaren Krankheiten kann es in der Frühphase zu unspezifischen Beschwerden, wie Fieber, Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl kommen, weshalb bei Unklarheiten eine differentialdiagnostische ärztliche Abklärung erfolgen sollte.

 

8. Von verschiedenen Labors wird eine DNS-Analyse (PCR) des Inhalts der Zecke auf Borrelien angeboten. Dies ist keine Kassenleistung. Der Nachweis von Borrelia burgdorferi in der Zecke besagt nicht, dass auch eine Infektion des Wirts stattgefunden hat, da diese erst nach einem etwa 6 bis 48 Stunden dauernden Stech- und Saugakt stattfindet. Zudem kann es durch Kontaminationen des Untersuchungsmaterials gerade bei der PCR aus Zecken zu falsch positiven Ergebnissen kommen. Andererseits ist es auch durchaus möglich, dass zwar eine Zecke am Körper entdeckt und zur Testung eingeschickt wird, aber eine oder mehrere weitere Zecken übersehen werden. Ist die entdeckte Zecke negativ, kann es jedoch sein, dass übersehene Zecken Borrelienträger sind. Neben Borrelien können Zecken auch noch eine Reihe weiterer Krankheitserreger übertragen, die mit dieser Untersuchung nicht ausgeschlossen werden können.

 

 

 

Copyright 2002 - 2010: Jutta Zacharias