Siehe hierzu auch:
Robert-Koch-Institut:
Fünfjahresinzidenz der
FSME in Kreisen und Kreisregionen, Deutschland, 2002–2008
Paul-Ehrlich-Institut
PEI-Datenbank Impfschäden
(Hinweis: Es ist etwas umständlich und aufwendig, die
Informationen in der Datenbank aufzurufen.)
Deutsche Akademie für Kinder- und
Jugendmedizin e.V.
Stellungnahme zur Prävention
von Infektionen mit dem durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) - Virus im Kindes- und
Jugendalter
Report Mainz
Impfstoffhersteller
verbreiten Fehlinformationen über „Zeckenschutz-Impfungen“
Robert-Koch-Institut warnt vor Panikmache Mai 2009
Wichtig:
Die FSME-Impfung schützt weder gegen die
Lyme-Borreliose noch gegen die weiteren durch Zecken
übertragbaren Infektionserreger. Deshalb sind auch nach einer
FSME-Impfung entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung
eines Zeckenstichs und bei einem Zeckenbefall eine
fachgerechte Entfernung der Zecke sowie die Beachtung
möglicher nachfolgender Krankheitszeichen notwendig.

Rickettsiose
Krankheitserreger
Rickettsien sind Bakterien der Gruppe
Rickettsiales, die von Zecken, Flöhen, Milben, und Läusen
übertragen werden. Es handelt sich um ausschließlich
intrazellulär lebende Erreger. Dadurch sind sie in der Lage,
sich ihrer Eliminierung durch das Immunsystem zu entziehen.
Einige Rickettsien-Arten sind humanpathogen.
Epidemiologie
Es liegen für Europa nur wenige regionale
Studien zur Durchseuchung von Zecken mit humanpathogenen
Rickettsien-Arten vor. Die Datenlage zur Durchseuchung der
Zecken mit diesem Erreger, der Sero- und Krankheitsprävelenz
sowie die jährliche Neuerkrankungsrate ist insbesondere für
den deutschen Raum völlig unzureichend. Mögliche
Erkrankungsfälle werden nicht systematisch erfasst und
dokumentiert.
Rickettsia helvetica
Untersuchungen haben ergeben, dass diese
Rickettsien-Art in der Schweiz, Frankreich und Slowenien
vorkommt. Im Rahmen einer Waldarbeiterstudie in
Berlin-Brandenburg wurde bei 13,7% der Waldarbeiter positive
Rickettsien-Antikörper festgestellt, wobei angegeben wird,
dass die klinische Relevanz noch geprüft werden müsste. In
einer Studie in Baden Württemberg wiesen 9% der Zecken eine
Durchseuchung mit Rickettsia helvetica auf (Hartelt et al,
2004).
Rickettsia monacensis
In München wurde in Ixodes-ricinus-Zecken
eine neue Rickettsien-Art entdeckt. Rickettsia monacensis
gehört zur Spotted-Fieber-Gruppe. Es wird davon ausgegangen,
dass es sich um eine humanpathogene Spezies handelt, wobei
weitere Abklärungen bislang nicht erfolgt sind.
Rickettsia slovaca
Dieser Erreger ist Verursacher der TIBOLA (Tick-borne
lymphadenopathy). Slowenische Studien zeigen eine 37%ige
Durchseuchung der Zeckenart Dermacentor marginatus mit diesem
Erreger. Studien, in denen ein mögliches Vorkommen in
Deutschland untersucht worden wäre, gibt es bislang nicht.
Siehe hierzu auch:
AOK
Rickettsiose, Fleckfieber, Flecktyphus, Läusefleckfieber,
Typhus exanthemicus, engl.: rickettsial diseases/typhus fevers.
Dobler, Wölfle
Fleckfieber und andere
Rickettsiosen
Rickettsia
monacensis sp. nov., a Spotted Fever Group Rickettsia, from
Ticks (Ixodes ricinus) Collected in a European City Park
2002

Anaplasmose
(früher als Ehrlichiose bezeichnet)
Krankheitserreger
Anaplasma sind obligat intrazelluläre
gram-negative Bakterien. Übertragen wird der Erreger von
Zecken. Es werden zwei Arten unterschieden:
Humane monozytäre Ehrlichiose bzw.
Anaplasmose, die durch den Erreger Ehrlichia bzw.
Anaplasma chaffeensis verursacht wird.
Humana ganulozytäre Ehrlichiose bzw.
Anaplasmose, die durch den Erreger Ehrlichia bzw.
Anaplasma phagocytophilum verursacht wird.
Anmerkung: Die früher als Ehrlichia
phagocytophila, Ehrlichia equi und HGE-Agens bezeichnete
Erregergruppe wurde zur neuen Art Anaplasma phagocytophilum
zusammengefasst.
Epidemiologie
Erkrankungen werden in Europa bislang
vereinzelt aus den Niederlanden, der Schweiz, Schweden und
Slowenien gemeldet. In Deutschland wurde bislang noch kein
klinischer Fall bekannt, was jedoch auch darauf zurückzuführen
sein könnte, dass diese Infektionserkrankung häufig bei einer
diagnostischen Abklärung von den Ärzten nicht in Erwägung
gezogen wird. Denn in Deutschland durchgeführte
Seroprävalenz-Studien und Untersuchungen über die
Durchseuchung der Zecken mit diesem Erreger lassen den Schluss
zu, dass die Anaplasmose auch hierzulande eine gewisse
Relevanz hat. Das Pettenkofer-Institut München veröffentlichte
2008 eine Studie, als deren Ergebnis angegeben wird, dass in
der Umgebung von München etwa 2,9% der Zecken mit Anaplasma
phagocytophilum durchseucht sind, wobei die Durchseuchung in
stadtnahen Parks höher sei als in Wäldern. (Silaghi
et al. 2008) In Schweizer Studien wurden bei durchschnittlich
1,3% der Zecken HGE-Erreger gefunden (Wicki et al. 2000, Liz
et al. 2000), in Lettland 2.3% (Bormane et al. 2004) und
Schottland 3.3% (Walker et al 2001). Allerdings wurden bislang
in den Ländern nur kleinere regional begrenzte Studien
durchgeführt.

Q-Fieber
(Query fever)
Erreger
Coxiella burnetii ist ein polymorphes
gram-negatives Bakterium, das der Familien der Rickettsiaceae
mit einem eigenen Genus zugeordnet wird - und dass sich
intrazellulär in eukaryotischen Zellen vermehrt. Der Erreger
ist sehr resistent gegenüber chemischen und physikalischen
Einflüssen, weshalb er außerhalb von Zellen in Staub, Heu und
auf Wolle jahrelang überleben kann.
Epidemiologie
Reservoir-Wirte sind vor allem Rinder, Schaf
und Ziegen, aber auch Katzen, Hunde, Wildtiere und Vögel, aber
auch Milben, Läuse und Zecken. Die Übertragung erfolgt vor
allem durch den direkten Kontakt zu den Tieren oder aber auch
über Staub. Zecken sind gleichzeitig Reservoir-Wirte und
Vektoren (Übertragung über Zeckenkot). Neben der Zecke Ixodes
ricinus (gemeiner Holzbock) ist vor allem auch Dermacentor
reticulatus (Auwaldzecke, Buntzecke) potentieller Vektor.
Coxiella burnetii ist potentiell biowaffen-geeignet.
Siehe hierzu:
Robert-Koch-Insitut: Q-Fieber:
Vermehrtes Auftreten im Frühjahr 2008
Zeit
online Niederlande keulen 36.000
Ziegen Dezember 2009
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit:
Q-Fieber (sehr
ausführliche Beschreibung)
Robert-Koch-Institut:
Q-Fieber
Spiegel online
Schlamperei in Biowaffen-Labor
monatelang verschwiegen vom 3.7.2007

Babesiose
Erreger
Babesien sind plasmodien-ähnliche
Hämoparasiten, die primär durch Zecken übertragen werden. Es
gibt zahlreiche Babesien-Arten, die eine unterschiedliche
Größe aufweisen und deshalb in "kleine" und "große" Babesien
unterteilt werden. Einige Arten sind nur für Tiere, wie Hunde
und Kühe pathogen. Andere Arten, wie vor allem Babesia
divergens und Babesia microti, sind auch human-pathogen. Die
Babesiose ist der Malaria ähnlich.
Epidemiologie
In Baden Württemberg wurden bei etwa 1% der
Zecken humanpathogene Babesien nachgewiesen (davon etwa 90%
Babesia divergens und 10% Babesia microti), was einer
Durchseuchung ähnlich der FSME entsprechen würde. Eine Studie
in Deutschland zeigte, dass 12% der Personen, die von Zecken
gestochen worden waren, eine positive Babesien-Serologie
aufwiesen. Es wird davon ausgegangen, dass die Babesiose eine
häufig nicht erkannte Erkrankung ist. (Hunfeld et al. 2004)
Siehe hierzu auch:
Marcia Scheller
Epidemiologische Untersuchungen
zum Vorkommen der Humanen Granulozytären, Ehrlichiose und
Babesiose bei Waldarbeitern aus Südbayern.´
Daxböck et al.
Granulozytäre und monozytäre
Ehrlichiose in Europa - Diagnostische, therapeutische und
epidemiologische Aspekte
