Lyme Borreliose

Therapie Lyme-Borreliose

 

Willy Burgdorfer, der Entdecker von Borrelia burgdorferi, erklärte im Jahr 2001: "Wir wissen, dass die Lyme-Borreliose Antibiotika widerstehen kann. Zu sagen, jemand sei geheilt, weil er eine bestimmte Menge Antibiotika erhalten habe, ist Unsinn".

 

Die Lyme-Borreliose ist vom Grunde her mit Antibiotika heilbar, vorausgesetzt sie wird rechtzeitig erkannt und ausreichend behandelt. Seit Anfang der 90er Jahre streiten sich Mediziner und Wissenschaftler darüber, wie eine optimale Antibiotika-Behandlung aussehen muss, um eine nachhaltige Ausheilung dieser Krankheit zu erreichen.

 

Gegenstand der medizinischen Kontroversen sind:

  • die Wahl des Antibiotikums,

  • die Dosierung und Dauer der Therapie

  • und die notwendigen Behandlungswiederholungen bei Therapieversagern  

je nach Krankheitsmanifestationen und Stadium.

 

Es gibt bislang in Deutschland keine Gesamt-Leitlinie zur Lyme-Borreliose, sondern lediglich Empfehlungen zu Teilaspekten dieser Krankheit. Während die

 

Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Neuroborreliose, Version 2008 (AWMF-Leitlinie, Entwicklungsstufe I)

und die

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)

Kutane Manifestationen der Lyme Borreliose 2009 (AWMF-Leitlinie, Entwicklungsstufe I)

 

14tägige bis vierwöchige Antibiotika-Therapien empfehlen, ist die

 

Deutsche Borreliose-Gesellschaft (DBG)

Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose,2008

 

der Meinung, dass auch längere Antibiotika-Behandlungen notwendig sein können. Siehe hierzu auch Kontroversen

 

Therapieversager

 

Während die meinungsführenden Wissenschaftler und Mediziner die Therapieversager mit den von ihnen empfohlenen Antibiotika-Klassen und darauf basierenden Behandlungsregime mit 10% bis 20% angeben, sind deren Kritiker der Meinung, dass diese bei über 50% liegen würden.

 

Das Studienmaterial zur Behandlung der Lyme-Borreliose ist insgesamt unzureichend und zum Teil in den Ergebnissen diskrepant. Probleme bereitet zudem, dass es keine hoch spezifischen sowie auch sensitiven Aktivitäts- und Therapiemarker gibt, mit denen es möglich ist, den Behandlungserfolg zuverlässig zu kontrollieren.

 

Theoretisch gibt es zahlreiche mögliche Ursachen für Spätfolgen bzw. weiterbestehende Symptome nach einer Antibiotika-Behandlung (beispielhafte Aufzählung):

a) Unzureichende Behandlung (nicht geeignetes Antibiotikum, zu niedrige Dosierung, zu kurze Therapiedauer), woran sich die Frage knüpft, ob die üblicherweise empfohlenen Antibiotika-Klassen und darauf basierende Therapieregime tatsächlich optimal geeignet sind, um eine komplette Erregereliminierung zu erreichen;

b) Erstdiagnose in einem späten Stadium, was eine Antibiotika-Behandlung schwieriger als im Frühstadium gestalten kann;

c) Persistenzmechanismen, die es dem Erreger ermöglichen, sich nicht nur seiner Eliminierung durch das Immunsystem sondern auch durch (bestimmte) Antibiotika zu entziehen;

d) Unterschiedliche Ansprechbarkeit der in Europa vorkommenden Genospezies auf die üblicherweise eingesetzten Antibiotika;

e) Molekulares Mimikry (Autoimmunität) und/oder andere immunpathologische Prozesse mit und ohne Erregerpersistenz;

f) durch ein längeres Infektionsgeschehen verursachte Organschädigungen, die sich nur langsam zurückbilden oder auch irreversibel sein können (sogenannte Defektheilungen);

g) Mischinfektionen mit weiteren durch Zecken übertragbaren Infektionserregern (z.B. Rickettsia, Ehrlichen, Babesia, FSME), was möglicherweise die Behandlung komplizierter gestaltet;

h) Durch eine Antibiotika-Therapie verursachte Superinfektionen (z.B. mit Clostridium difficile, Candida albicans usw.) oder andere durch die Behandlung verursachte Spätschäden;

i) Fehlerhafte Ausgangsdiagnose - es liegt keine Lyme-Borreliose vor.

 

Ceftriaxon versus Doxycyclin bei Neuroborreliose

 

Ljøstad U. et al.

Oral doxycycline versus intravenous ceftriaxone for European Lyme neuroborreliosis: a multicentre, non-inferiority, double-blind, randomised trial, 2008

 

Ogrinc K, et al.

Doxycycline versus ceftriaxone for the treatment of patients with chronic Lyme borreliosis 2006

 

Resistenz, Persistenz

 

Hodzic E. et al.

Persistence of Borrelia burgdorferi following antibiotic treatment in mice, 2008

 

Hunfeld KP, et al.

Antimicrobial susceptibility of Borrelia burgdorferi sensu lato: what we know, what we don't know, and what we need to know 2006

 

Weitere Studien zur Antibiotika-Therapie sind unter PubMed zu finden.

 

 

 

 

 

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