Lyme Borreliose

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Zecken

Es gibt weltweit mehrere Hundert und in Europa etwa 25 verschiedene Zeckenarten. Am weitesten verbreitet ist in Deutschland die Schildzecke Ixodes ricinus (auch „gemeiner Holzbock“ genannt).

Die Blutwirte der Ixodes-Zecke sind vor allem kleine Nagetiere wie Mäuse, aber auch Wild, Haustiere, Vögel, Reptilien und Menschen. Zecken bevorzugen mildes und feuchtes Klima. Um sich vor einer Austrocknung zu schützen sind sie vor allem in Habitaten zu finden, in denen auch im Sommer eine gewisse Feuchtigkeit vorhanden ist. Sie durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe, Adulte. In jedem Stadium benötigen sie mindestens eine Blutmahlzeit. Bereits Nymphen können Borrelien übertragen. Da sie sehr klein sind (ca. 1/2 bis 1mm), ist die Gefahr sehr groß, dass sie nicht entdeckt werden. Mit dem Haller'schen Organ an den vorderen Beinen, das auf thermische und chemische Reize des potentiellen Wirts reagiert, erkennen Zecken ihr Opfer und lassen sich von diesem einfach "mitnehmen". Sie suchen sich dann in aller Ruhe einen geeigneten Platz am Körper - in der Regel warme Stellen mit dünner Haut -, um mit ihrem Stech- und Saugakt zu beginnen.

Damit sie bei ihrem manchmal tagelang dauernden Saugakt nicht herunterfallen, befestigen sie sich mit ihrem Hypostom (einem zapfenartigen mit Widerhaken versehenen Stechapparat) und einer zementartigen Substanz an ihrem Wirt. Gleichzeitig geben sie betäubende, gerinnungs- und entzündungshemmende und immunsupressive Stoffe ab. Der Zeckenstich wird deshalb oftmals nicht bemerkt. Da sich Borrelien vorwiegend im Mitteldarm der Zecke befinden, aber auch im Speicheldrüsen-Ausführungsgang gefunden wurden, wird davon ausgegangen, dass eine Übertragung nach etwa 6 bis 48 Stunden möglich ist. Das Risiko einer Erregerübertragung nimmt mit der Länge des Saugaktes zu. Nach etwa drei bis sechs Tagen sind die Zecken vollgesogen und verlassen ihren Wirt wieder.

Weiterführende Informationen

Michael Becher
Biologie der Zecke

OLAF KAHL & HANS DAUTEL
Zur Biologie und Ökologie von Zecken und ihre Ausbreitung nach Norden 2008 (pdf)

Landesgesundheitsamt Bayern
Zeckenentfernung 2008 (ppt)

Epidemiologisches Bulletin (RKI)
Dermacentor reticulatus als potenzieller Überträger von Infektionen beim Menschen 2009 (pdf)

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